Zur Geschichte des EEBÖ                                                    

 

Zur Vorgeschichte

Das Trauma zweier Weltkriege mit all dem Leid, Verlusten und Zerstörungen, die sie insbesondere für Europa gebracht hatten, entfachte bei Widerstandsbewegungen gegen den Nationalsozialismus, aber auch führenden Politikern der Nachkriegszeit, wie Winston Churchill, Konrad Adenauer, Alcide de Gasperi, Robert Schuman, Paul Henri Spaak, den Wunsch nach Überwindung der Nationalstaatsidee, die man dafür mitverantwortlich machte. Ein Vorhaben, das seit der Gründung der EGKS 1950, in mehren Etappen zur Europäischen Union führte, aber, wie das vorläufige Scheitern der europäischen Verfassung zeigt, noch nicht endgültig abgeschlossen ist.

 

In diesem Sinne wurde vom Verband der französischen Hochschullehrer in der Europäischen Föderalistischen Bewegung im März 1956 in dem im geschichtsträchtigen Wald von Compiègne gelegenen Schloss La Brevière ein Treffen mit Lehrern aus den sechs Ländern der Montanunion und der Schweiz, mit dem Ziel etwas zu den „Vereinigten Staaten von Europa“ beizutragen, veranstaltet. Die Teilnehmer beschlossen einen internationalen Verband zu gründen, der auf einer von Europarat und Montanunion finanziell unterstützten Tagung im Juli 1956 in einem Klassenzimmer des Lycée St. Louis in Paris realisiert wurde. Am 18. Juli wählten die ca. 60 Vertreter der sieben Länder den Vorstand der Association Européenne des Enseignants (AEDE) mit Andre Alérs als Vorsitzenden.

 

Der EEBÖ

Der EEB wurde am 15. November 1959 von Alwin Westerhof als Sektion Österreich der AEDE gegründet. Friedrich Wotke und Ludwig Wohlgemuth waren die ersten Präsidenten der Sektion, während Armin Westerhof die Funktion des Generalsekretärs im EEBÖ übernahm, den Franz Mairinger unterstützte.

In dem Jahrzehnt bis 1970 organisierte und betreute der EEB Studientagungen in Salzburg und Graz ebenso wie Konferenzen und Kongresse, gleichzeitig wurde mit der Zeitschrift „Schule und Europa“ ein wichtiges Organ zur Verbreitung des Europagedankens in der Schule geschaffen.

Die wichtige Rolle des Europäischen Erzieherbundes für die Prägung, Verbreitung und Festigung eines europäischen Bewusstseins im österreichischen Schulwesen, betonte der neu ernannte Unterrichtsminister Dr. Theodor Piffl- Percevic anlässlich der Tagung des Europäischen Komitees der AEDE unter Vorsitz von André Alers 1964 in Wien.

 

Zu den Höhepunkten der Aktivitäten Alwin Westerhofs und der AEDE Sektion Österreich zählten die Wiener Konferenzen der europäischen Unterrichtsminister des Europarats (1965) und der UNESCO (1966).

 

Große Unterstützung erhielten die Bestrebungen des EEB durch die vom späteren Generalsekretär des Europarats Dr. Franz Karasek gegründete Sektion VII des Bundesministeriums für Unterricht.

 

Ein großer Kreis von Persönlichkeiten aus dem Umfeld von Schule und Bildungspolitik, unter ihnen Adolf Hawalik, Hans Heidlmayr, Hans Huber, Mathias Laireiter, Max Neugebauer, Hans Nowotny, Ernst Stoiber, Hermann Spitaler, Josef Steidl, Hans Thurner, Richard Wagner, Max Wratschgo und Eduard Zimmermann, unterstützte den EEB. Letzterer begründete mit der Landesgruppe Burgenland eine wichtige Landesorganisation, die mit ihren Aktivitäten, die Überwindung des Eisernen Vorhangs vorbereitete und während der Schicksalstage des Jahres 1989 unterstützte.  

 

Stützpunkte und Pilotschulen sind seit damals wesentliche Faktoren für die thematische Arbeit sowie bei grenzüberschreitenden Projekten. Im Burgenland zählen dazu das „Europagymnasium“ Neusiedl/See, das sich sehr früh unter der Leitung von Hermann Halbritter für eine europäische Bildungsregion im pannonischen Raum einsetzte, in der Steiermark gehören dazu Hartberg mit Herlinde Almer sowie Feldbach mit Max Wratschgo, Rudolf Grasmug und Karl Menzinger, die mit der Organisation von Europäischen Schülerwettbewerben, Europa-Unterrichtsmaterialien , Wanderausstellungen aber auch den internationalen Studien- und Jugendtagungen in den Bildungshäusern Neumarkt und Retzhof im Sinne der AEDE wirken.

1977 übernahm Sektionschef Mag Leo Leitner die FühLeo Leitnerrung des EEBÖ und wurde von Dr. Gerold Lang als Generalsekretär unterstützt, .dem 198Dr. Fritz Mairleitner nachfolgte. Seit 1997 steht Sektionschef Dr. Heinz Gruber an der Spitze des EEBÖ.

 

1983 fanden im Burgenland zwei für den  EEB Österreich bedeutsame Konferenzen statt, denn in Neusiedl/See hielten die Bildungsminister eine Tagung zum Thema Menscherechte ab und eine Woche später beschäftigte sich der europäische Kongress der AEDE in Bad Tatzmannsdorf mit der „Schule ohne Grenzen“. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde Alwin Westerhof zum Vizepräsidenten der AEDE International gewählt und bald darauf zum Präsidenten der AEDE bestellt.

 

1983 konnte der EEBÖ mit dem „FORUM EUROPA“ eine wirksame Plattform für fachliche Referate, Diskussionen und Gesprächsrunden schaffen und deren Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentieren.

 

Die Aktivitäten der Landesorganisationen im Burgenland, der Steiermark, aber auch in Salzburg und Niederösterreich sowie der 1995 neu gegründete Landesgruppe Wien, trugen wesentlich zu gemeinsamen grenzüberschreitenden Projekten bei.

 

1989 regte Dr. Fritz Mairleitner die Gründung des „Europtimus-Förderungs- und Anerkennungspreises“ an, der seither alle 2 Jahre verliehen wird und mit einem Diplom sowie einem Geldpreis in der Höhe von 1000.- € verbunden ist. Das Bildungsministerium und die Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich stellen sich dafür als Juroren und Sponsoren dieses Wettbewerbs zur Verfügung.

 

Nach dem EU-Beitritt Österreichs 1995, wurden in Kooperation mit MR. Mag Ernst Popp und dem Bildungsministerium gezielt Studienreisen zu den Europäischen Institutionen und in die Hauptstädte der für die nächste Erweiterungsrunde vorgesehenen Beitrittskandidaten durchgeführt, um mit Schulen dieser Länder Projekte europäischer Bildungskooperation vorzubereiten. Zu diesem Zweck organisierte der EEBÖ gemeinsam mit der österreichischen Sokrates Agentur im Oktober 2002 mit großem und nachhaltigem Erfolg ein „COMENIUS KONTAKTSEMINAR“ in Graz.

 Aus Anlass des 40-Jahrjubiläums des EEBÖ sowie zur Feier des vor 50 Jahren erfolgten Beitritts  Österreichs zum Europarat,  fand am 22. November 1999 im Audienzsaal       des Unterrichtsministeriums ein Festakt statt, bei dem der Gründer der Österreich Sektion der  AEDE mit dem goldenen Ehrenzeichen des EEBÖ geehrt wurde. 

 

Die besondere Bedeutung, die der Sektion Österreich seit dem Fall des Eisernen Vorhangs bei der Gründung und Förderung von eigenen AEDE Sektionen in den EU- Kandidaten-und Beitrittsländern zukommt, wurde durch die Wahl des langjährigen EEBÖ-Generalsekretärs Dr. Fritz Mairleitner beim 14. Europäischen AEDE- Kongress 2001 in Las Palmas zum internationalen Vizepräsidenten mit den Agenden „Erweiterungsländer“ zum Ausdruck gebracht.