
Comeniusprojekt
Regards croisés -
Perspektivenwechsel im Geschichtsunterricht zum Ersten Weltkrieg
Vom 26. - 28.9.2008
fand im GRG 23, Anton Baumgartner Strasse
eine Arbeitstagung zum Comeniusprojekt "Regards croisés -
Perspektivenwechsel im Geschichtsunterricht zum Ersten
Weltkrieg" statt, die durch Mag. Dr. Charlotte Müller, organisatorisch
unterstützt von Dr. Fritz Mairleitner
(EEBÖ), geleitet wurde.
Das Projekt hat seine
Ursprünge in einem Konzept zur LehrerInnenaus- bzw.
fortbildung (Comenius 2.1) von Philippe Plumet (AEDE Belgien) aus dem
Jahr 2004, das allerdings in einer zu aufwendigen Dimension angedacht
war und von der EU-Kommission zwar formal und inhaltlich, nicht aber in
seiner finanziellen Dimension akzeptiert wurde.
Inzwischen ist das reduzierte Projekt, dem neuen Comenius
Programm
zum Lebenslangen Lernen angepasst worden und hat bereits ein erstes
Jahr hinter sich gebracht. Die Koordination des Projekts erfolgt
über das Institut de Formation Pédagogique der
Université Catholique de Lille. Partner sind
Universitäten
und Pädagogische Hochschulen, Schulen und Institutionen der
Schulverwaltung aus Belgien, Frankreich, Italien,
Österreich,
Polen und Rumänien und der Schweiz, als assoziiertem Land
sowie
die Sektionen der AEDE aus Belgien, Österreich und
Rumänien.
Der erste Weltkrieg wurde lange Zeit in den einzelnen Ländern
aus nationaler bis chauvistischer Sicht behandelt und ein Ziel des
Projektes ist es, durch Multiperspektivität zu einer
europäischen Sichtweise zu gelangen und gleichzeitig
die neuesten Forschungsergebnisse einfließen zu lassen.
Ebenso geht es nicht um theoretische Überlegungen zum Thema
und seiner methodischen Umsetzung sondern um eine diskursive
Auseinandersetzung der TeilnehmerInnen in der die unterschiedlichen
Zugänge, Konzeptionen, Materialien und die schulische
Praxis einfließen und daraus ein Modul für die
fachliche, wie didaktische LehrerInnenaus- bzw. fortbildung ensteht.
Nach zwei Treffen in Lille und
Szczecin (Stettin) bildete Wien den Abschluss der ersten
Phase des Projekts,
bei der es um die Analyse der Behandlung des Themas in
Lehrplänen
und Geschichtsbüchern bzw. der praktischen Umsetzung im
Unterricht
ging. Weitere Themen
des ersten Abschnitts waren Museen und Gedenkstätten
und deren Einbindung
in den Unterricht sowie die Frage inwieweit der Krieg im
kollektiven
Gedächtnis durch Gedenkstätten, Behandlung in den
Medien, Fachliteratur, Belletristik oder Dramatik
präsent ist.
In der nächsten Phase geht es um die Ausarbeitung des Moduls,
der dann im zweiten Projektjahr in den beteiligten Ländern
erprobt und gegebenenfalls noch verbessert werden soll.