Einblicke in das tschechische Bildungssystem im europäischen Kontext und Vergleich mit den deutschsprachigen Nachbarländern

Studienfahrt des Europäischen Erzieherbundes gemeinsam mit der ARGE Geographie/Wirtschaftskunde und Geschichte/Sozialkunde  nach Brünn 9. 11. 2007

Bericht 

Gastgeber der Veranstaltung war das Gymnasium Slovanske Namesti, dessen Direktor Dr. Josef Filous, Mitglied der tschechischen Schulreformkommission, den Vortrag zum tschechischen Schulsystem hielt.

An dem Studientag nahmen insgesamt 27 Personen, davon18 VertreterInnen aus Österreich, acht  aus Tschechien und ein Realschuldirektor aus Bayern teil.Vortrag

 Nach der Begrüßung im Gymnasium wurde uns zunächst ein Film über das UNESCO Projekt „Klischees und Stereotype“ gezeigt, an dem Schülerinnen und Schüler aus Österreich, Ungarn, Tschechien und der Slowakei teilnahmen. Es befasste sich mit fünf Themengruppen Sport – Fremde als Gäste – Image Jugend – Musik – Zeitungen/Collagen; die SchülerInnen kamen für jeweils drei Tage in jedes der teilnehmenden Länder, die Sprache war deutsch.

Anschließend folgte eine Power Point Präsentation über das tschechische Schulsystem. Derzeit wird eifrig an einer Überarbeitung der Lehrpläne, einer Maturareform und der Studienordnung an den Universitäten gearbeitet.

  
Das Gymnasium Slovanske Namesti in Brünn ist eine Schule mit sprachlichem Schwerpunkt. Es führt zwei Typen: den sechsjährigen und den vierjährigen Zweig. Derzeit arbeitet es als Pilotschule an der Entwicklung gymnasialer Rahmenlehrpläne mit.

In vier verschiedene Richtungen soll gearbeitet werden:

Das Angebot an Fremdsprachenunterricht soll auf jeden Fall verstärkt sowie die Auswahlmöglichkeit bei den Wahlfächern vergrößert werden und die SchülerInnen sollen ein offizielles Mitspracherecht erhalten.

Zum Abschluss erhalten wir einen interessanten zweiteiligen Evaluierungsbogen des Gymnasiums Brünn (LehrerInnen- und Schulevaluation). 

Aus Zeitgründen konnten das deutsche und das österreichische Schulsystem nicht mehr vorgestellt werden. Der Direktor aus Deutschland versprach Informationen auf elektronischem Weg zu schicken.

 „Elternvereine“

Beim Mittagessen habe ich erfahren, dass es in Tschechien an den Gymnasien keine Elternvereine in unserem Sinn gibt. In den Hauptschulen kommen  vereinsmäßige Zusammenschlüsse von Eltern vor. Eine SchülerInnenunterstützung für Schulveranstaltungen gibt es dadurch, dass vermögendere Eltern in einen Sozialfond einzahlen, der von der Schule verwaltet wird.  Einen Beitrag zur Verbesserung der Ausstattung der Lehrmittel der Schule wird von den Eltern nicht geleistet und auch nicht als notwendig erachtet.

 Schulgebäude

Das Schulgebäude des Gymnasiums sieht so aus wie viele höhere Schulen in Österreich. Die SchülerInnen verhalten sich auch so ähnlich wie unsere. In die Klassen, in die ich hineinsehen konnte, stand ein Fernsehapparat. Wir saßen in einem  Informatikraum mit mehreren Computern. Wenn die Tür geschlossen war, konnte man von außen nicht in den Raum hinein. Im ersten Stock gab es die Küche und einen Speisesaal wo alle, auch die älteren SchülerInnen essen gingen. Es gab auch einen Aufenthaltsraum für SchülerInnen. Zum Kaffeetrinken mussten wir in den Keller gehen.

 

TeilnehmerInnen

Die Studienreise wurde durch einen Stadtrundgang in Brünn ergänzt. Aus Österreich nahmen außer mir Präsident Sektionschef i.R. Dr. Heinz Gruber, Generalsekretär Direktor i.R. Dr. Fritz Mairleitner sowie LehrerInnen des RG Waltergasse, GRG Astgasse, GRG Billrothstraße 73, G Jodok Fink Platz, GRG Ödenburgerstraße, GRG Neunkirchen, GRG Laa /Thaya, BRG Stainach , der VS Bertha von Suttner aus Graz und der HBLA für Sozialmanagement Bad Ischl teil.

 

Dr. Christine Krawarik, Elternverband, Wien